Volleyball-Story

Sprach einst der Herr ein ernstes Wort
und jagte sie aus Eden fort
den Adam und die Eva. Lang ist´s her.
„Verschwindet beide“, grollte er.
„Packt euren Mist ! Lasst nichts zurück ,
versucht woanders euer Glück !“
Und Eva rief: „Ich pack´ den Spiegel ein !
Und, Adam, du ? Was stopfste in den Rucksack rein ?“
Vergnüglich der: “ Auf jeden Fall,
dies Dingens hier, den Volleyball !“

So kam der Volleyball wohl aus dem Paradies.
Geschah mit ihm mal das, mal dies.
Und durch die Zeiten hinterließ er seine Spur,
auch in der schönen Kunst benannt als Literatur:

Von Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Volleyball im Gewande.
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
„Was wolltest du mit dem Balle sprich ?“
Entgegnete fröhlich der Dieberich:
„ Zum Volleyball-Spiel´ n ausleih´n !“
„Das sollst du beim Henker bereu´n !“


Und Damon sprach:“ Da kann man nix machen.
Lass mich nur ordnen meine Sachen.
Ich gebe dir einen aus meiner Volleyball-Truppe zur Sicherheit
dafür, dass ich nicht rückkehr´ zur rechten Zeit.“
Da sprach der König mir arger List:
„Wenn du bis übermorgen nicht zurückgekommen bist,
lass ich für deinen Freund den Henker walten.
Den Volleyball, den darfst du dann behalten.“
Da stürzte der Ertappte fort
und sauste von hier nach dort.
Und als er glaubte, es sei alles in Butter,
geriet er in einen Stau – bei Königslutter.
Da blieb er stecken.

Kein Vorwärtskommen ums Verrecken.
Schon schaute der Herrscher auf die Uhr.
„He, von deinem Kumpel keine Spur !
Ich geb´ dir noch 5 Minuten Zeit,
dann haut dir der Henker die Knochen breit !“
Und wie schon der Henker das Beil erhob,
sich Damon durch die Menge schob.
„Hier bin ich, für den er gebürgt !“
Der König war platt und ziemlich gerührt.
Lange schaute er die beiden an.
„Die Freundschaft bei euch, sie ist doch kein leerer Wahn.
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
gleich morgen schon in eurer Mitte !“

Falk-Ansgar
1994-12-16