Shakespears "Romeo und Julia" -
was einer daraus machte,
der erst zum Schluss des Stücks aufwachte.


Romeo und Julia hatten einander lieb.
Und wenn´s keine Liebe war, so war´s doch Trieb.
Die beiden konnten nicht voneinander.
Zu dem waren sie restlos durcheinander.
Denn ihre Familien hassten sich bis auf die Knochen,
schon einige Jahrzehnte, nicht erst seit paar Wochen.

So machten sie der Liebe betreffs
nur im Verborgenen Treffs.
Sie hockte wartend hinter dem Balkon.
Da kam ihr Lover schon.
Und als Erkennungssignal
pfiff er wie ´ne Nachtigal.
Sie zärtlich: "Wie immer bist du schwer von Begriff.
Du machtest nicht der Nachtigal, sondern der Lerche Pfiff."

Nun denn, vorsorglich, dass ihr Treiben
nicht sollte ohne Folgen bleiben,
bat Julia ihren Bruder, sie zu trauen
und auch zu helfen beim Häuschen bauen.

Derweil der dusselige Pa,
na ja,
der nichts von nichts ´ne Ahnung hatte,
ihr befahl: "He, Julchen, Graf Caputo wird dein Gatte !"

Doch hatte diese hatte keinen Bock darauf und trank
aus einem Kübel Gift, worauf sie tot zu Boden sank.
Für Romeo war der Anblick wohl der reinste Frust,
drum stieß er neunmal sich sein Schwert durch seine Brust.

Die beiden Väter war´n total geschockt
und haben friedelich zusammen sich gehockt.
"Denn weil", so barmten sie, "die zwei so lieb sich hatten,
woll´n wir in einem Mausoleum sie bestatten.
Von nun an wollen wir in Freundschaft leben
und jeden Samstag einen heben."

Falk-Ansgar
2011-03-01