Meine Sekretärin und ich

Wir hatten schon einmal Abschied genommen,
als ich in den Ruhestand trat.
Nun ist auch sie in die Jahre gekommen
und macht sich für selbigen parat.
Gern habe ich in den Jahren zurück an sie gedacht,
nicht nur, weil sie ihre Arbeit so perfekt gemacht,
so auch, weil sie mein völliges Vertrauen besaß,
das zu halten und zu bewahren sie nie vergaß.

In ihrer Pflichtwahrnehmung war sie, wie man das so nennt,
gewissenhaft und äußerst kompetent.
Alles in allem war sie so perfekt
wie gleichermaßen auch korrekt,
allerdings mit einer kleinen Delle bezüglich Verschwiegenheit:
Sie erzählte vielen meine Witze bei nächster Gelegenheit.

Des Öfteren hatte ich darüber nachgedacht,
was das Arbeitsklima so behaglich hat gemacht.
Allein, der zwingende Gedanke fiel mir nicht ein,
und so ließ ich es halt sein.
Doch jählingst unvermittelt
kam die Erkenntnis angebrittelt:
Ich hatte einen alten Farbfilm mir angeseh´n
mit Rock Hudson und Doris Day, so wunderschön.
Und jener, um Eindruck bei dem Girl zu schinden,
tat ein Kompliment nach dem anderen für sie erfinden.
So auch: " Oh, Jane, bei dir fühle ich mich behaglich wie in New Orleans
zu Hause in der bollernden Wärme eines funkenstiebenden Kamins."

Jäh fuhr ein Dämmern durchs Gehirn, so ein gewisses.
Ich wußte nur: Das isses !
Mir wurde auf einmal klar
warum das Arbeitsklima damals so behaglich war.
Ich war in Wirklichkeit der Rock Hudson aus New Orleans
und sie die bollernde Wärme des funkenstiebenden Kamins.

Falk-Ansgar
2008-09-24

*** Die Figur der Sekretärin ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit
einer lebenden Person sind rein zufällig.