Löffeln ist „in“

Schon mächtig das Verlangen
vieler Menschen, heiße Blicke einzufangen,
durch die das Ego wird beömmelt,
unds Seelenleben hochgebömmelt.
Zur Pflege ihrer Eitelkeit
sind sie zu allem gern bereit,
verfolgend stets die neusten Moden
mit ihren anzuwendenden Methoden.

Demnächst ist Piercen wie auch Tätowieren megaout,
der weil´s auf Dauer doch die Haut versaut.
Nun gibt’s den nächsten Hammer als die Mode,
nach deren mitzumachende Methode,
ist einer höchst geil anzuseh´n,
vor allem beim Spazierengeh´n:
Da wird ein großer Löffel ins Gesäß gesteckt,
der etwa nicht durch Kleidung ist verdeckt,
vielmehr gut sichtbar heckwärts ragt,
wenn einer mit ihm durch die Gegend stakt.

Nun ist der Steckling etwa nicht aus Holz,
gleich wie beim Auto als Besitzers Stolz,
aus feinem Material ist modelliert
und Edelsteinen rundherum verziert.
Nur Arme, die sich das nicht leisten können,
mit dem aus Meißner Porzellan rumrennen.

Die nun entstehenden Umgangsformen
bewirken bindende Gesellschaftsnormen.

Da gehört es schon zur guten Sitte:
Der Löffel sei nie weiter drin als bis zur Mitte.
Und mit ´nem Blick auf Unfallfälle,
man trage niemals eine Suppenkelle.
Vor allem sollte man sich daran halten,
bei Dunkelheit das Schlusslicht einzuschalten.


Am schönsten ist das Löffeln im Verein,
da steckt man sich die Dinger wechselseitig rein.


Falk-Ansgar *****
2014-11-09


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Der Autor ist sich dessen schon bewusst,
dass Eitelkeit ist weiter nicht als Seelenfrust.
Und meint, es geht die Welt voll vor die Hunde,
doch niemals nicht zugrunde.

Bedeutung einiger Signalgebungen
mittels Steckling


1. Quer zwischen den Zähnen: Ich muss mal
2. In geballter Faust nach oben gerichtet: Ich habe Hunger
3. Auf die Stelle des Herzens gerichtet: Ich liebe dich
4. Tippend an die Schläfe: Geht in Ordnung, Chef


Die Aufstellung kann nach Belieben ergänzt werden !