Knut geht´s gut

Dem Bären Knut
geht´s gut.
Er wird gehegt
und gepflegt.
Und wird er einmal krank,
wird er behandelt. Dem Himmel sei Dank.
Doch kommt wohl keiner irgendwie zum Schluss,
dass man ihn in Freiheit lassen muss,
damit er nach Belieben
könnte folgen seinen Trieben.
Denn Knut ist ja ein Tier, ein wildes,
und so gilt es,
ihn lebenslang zu halten hinter Gittern.
Kein Mensch muss jemals vor ihm zittern.
So weit, so gut
mit Knut.

Hingegen sollen wir die Nähe jener dulden und ertragen,
die Menschen haben skrupellos erschlagen,
die frei aus Laune oder Frust heraus,
ein Menschenleben tilgten aus,
die sich auf widerlichste Weise an Kindern haben rangemacht,
getäuschte Frauen in die Zwangsprostitution gebracht,
mit Drogen die Zukunft junger Menschen vernichtet
und auch im Einzelnen wiederholt nur Übles verrichtet.

Ist denn der Gedanke wirklich so von Übel,
man brächte jene dauernd hinter Schloss und Riegel ?

Dem wird recht oft entgegen gehalten,
da könnten sich doch jene überhaupt nicht mehr enfalten.
Denn dann seien sie im Leben mitten
vom weiteren Lebensbahnen abgeschnitten,
und es würde ihnen keine Chance mehr gegeben,
sich mühen zu können, um ein besseres Leben,
indem doch deren Vita offenbarend hat gezeigt,
dass ihre Jugend war komplett vergeigt.
Und sie so konnten überhaupt nicht wissen,
wie das so ist mit dem Gewissen.
Dennoch sollte man ihnen eine letzte Chance geben
für ein der Gesellschaft angepasstes Leben.

Na, ja, diese Argumentation,
die kennt man zu Genüge schon.
Nur wird sie den Opfern nicht gerecht.
Sie, dieTäter sind frei, und den Opfern geht´s schlecht.


Es geht nicht drum, die Inhaftierten zu drangsalieren,
etwa ihre Würde zu negieren.
Man mag sie hegen und pflegen,
nichts spricht dagegen.
Nur sollten sie nie wieder in Freiheit gelangen,
sie sollten bleiben gefangen.

Und wie gesagt: Dem Knut
geht´s gut.


Falk-Ansgar
2009-12-07