Genau zu Weihnachten 800
war Kalli der Große doch sehr verwundert.
Denn unter frenetischem Applaus
rief der Heilige Vater, Leo der Dritte, ihn zum Kaiser aus,
wo er so recht doch hatte gar nicht wollen.
Doch was hätte er auch machen sollen.

Da hatte Karl schon Krieg mit den Sachsen.
Die waren sturmesfest und erdverwachsen.
So konnt´ er lange nichts erreichen.
Zum Schluss gab´s eine Menge Leichen.
Die Sachsen wollten´s ihm nicht danken,
ein Volk zu werden mit den Franken.

Nach und nach hatte er sie schließlich besiegt,
doch von den Basken hat er was mächtig mitgekriegt.
Er, mit seinem Panzer-Reiter-Verein,
schüchterte jene überhaupt nicht ein.
Die stürmten, leicht nur bekleidet in Fell,
behände und unheimlich schnell
von den Hängen runter ins Tal
von Roncesvalles,
und zerstachen den Franken, auch den Wertesten,
killenderweise den Allerwertesten.
Die lagen danach in mehreren toten Haufen
und hatten keine Luft mehr noch länger zu raufen.
Darunter auch ihr Boss
vom Rückzugstross,
der Roland mit dem sogenannten
Ottifanten;
Der hatte zuvor noch in dies gewaltige Horn
geblasen, vergebens, zum Rückzug nach vorn.
Bis zuletzt verteidigte er sich mit seinem Wunderschwert.
Das hat ihm später ein Denkmal vor dem Bremer Rathaus beschert.

Manchmal saß Kalli der Große zu Aachen im Oktogon
auf seinem Thron.
Es kamen Leute von weither
und huldigten ihm sehr.

Nur das Schreiben
ließ er bleiben,
denn mit seinen dicken Pratzen
konnte er nur ein wenig kratzen.

Seine Schreiber allerdings ersannen die Minuskelschrift,
die es, leicht abgeändert, noch heute givt.

Falk-Ansgar
2007-12-04

Karl der Große
800
Aachen