Ich bin der Beweis

Man sollte mir Bewunderung erweisen,
denn ich kann klar beweisen,
dass es Familienleute gab von mir in Scharen
vor mehr als 1,5 Millionen Jahren.
Sie strolchten damals rum in Afrika
und hausten hier mal wie auch da.
Auch später als man in der Wüste links
die Büste baute namens „Sphinx“,
als Cäsar man in Rom ermolchte,
mit 173 Messerstichen glatt durchdolchte,
als Joe mit Mary nach Bethlehem sich trollte,
weil dortens ein August ihre Häupter nachzähl´n wollte,
als Arminius im Teutoburger Wald
mit seinen Mannen viele Römers machte kalt,
als „Karl der Lange“, auch „Großer“ genannt,
beherrschte das halbe Abendland,
als Luther bibelübersetzend auf der Wartburg saß,
sich fit zu halten, nur Gemüse mit Kartoffeln aß,
als Väterchen Papst mit Galilei grollte,
weil der den Himmel renovieren wollte,
als der mit Namen Napoleon
in Frankreich sich schuf einen Kaiserthron,
als Justus v. Liebig den Fleischextrakt erfand,
auch Düngemittel für ausgelaugtes Bauernland,
als Kaiser Willem bekloppte Sprüche kloppte
und voll beknackt in den 1. Weltkrieg hoppte,
als später Hitler ein 1000 jähriges Reich etablierte,
das er in kürzester Zeit total ruinierte.

Zu all diesen Zeiten sie lebten hier wie dort,
sie regten sich emsig und pflanzten sich fort,
weil sonst nicht zu erklären wär´,
von was ich sonst wie stammte her.
Was heißt, nur einer lückenlosen Ahnensequenz
verdank´ ich meine Existenz.
Durch Zufall wie auch Glück
entstand in Folgen mein Geschick,
denn hätt´s nicht Zeugung wie Geburt gegeben
zur rechten Zeit, mich würd´ es heut´ nicht geben.

Gleich dem aus dem Familienverband,
der damals oben auf der Ahnenleiter stand.

Bleibt nichts, was zu beweisen wär´,
ich komm´ ganz weit von früher her.

Für mich ist ziemlich klar,
dass einer meiner Ahnen ´ne Amöbe war.


Falk-Ansgar
2015-09-28