Es ist ´ne Weisheit von altersher,
dem Ingenieur fällt nichts so schwer.
Der antike Heron liefert ein Beweis dafür.
Der war ein technisches Wundertier.
Was an Geräten, Mechanismen er erfand,
ist äußerst interessant.
Und alles dies zu einer Zeit,
als man mit Technik noch nicht war so weit.

Für seine Instrumente kriegte er wohl kräftig Honorar
von den korrupten Jungs der Priesterschar,
die unermüdlich ihren Reichtum schöpften,
indem sie die Gläubigen in den Tempeln schröpften.
Denn mit Herons ausgeklügelten Bastelei´n
jagten sie jenen maßlose Schrecken ein,
mit dem sie sie ließen mysteriöse Shows erleben
in Absicht, sie williger zu machen fürs Moneten geben.

Mit Hilfe von Wasser, Luft und Hitze als treibende Kraft
haben die Burschen solches geschafft:
Tempeltüren öffneten und schlossen sich,
Wassersträhle aus Fontänen ergossen sich,
Figuren hoben und senkten sich im Tanze,
und Orgel- wie auch Poltertöne begleiteten oft das Ganze.
Und alle, die dadurch in Schiss geraten,
warfen willig ihr Geld in die Weihwasser-Automaten.

Klar produzierte Heron viel mehr in seiner Schaffenskraft
als solche Mätzchen für die Priesterschaft.
Er war höchst meisterlich in Mathematik
und erfand für diese so manches Stück.
So entwickelte er einen methodischen Kniff,
mit dem bekam er das Wurzelzieh´n in Griff.
Und konnte nur mit den Längen von 3 Seiten
rechnerich den Flächeninhalt eines Dreicks herleiten.
Schau´n wir uns z.B. nur mal die dazu erstellte Formel an,
so müssen wir bezeugen, toll war der Mann.

Der „Satz des Heron“ lautet wie folgt:


A = \sqrt{s(s-a)(s-b)(s-c)}

Falk-Ansgar
2013-04-30

Heron
50
Alexandria