Heinrich der Achte,
der zwei seiner Ehefrauen kürzer machte,
d.h., dasselbige so machen ließ,
der hatte mit dem Heiligen Vater Knies,
weil der ihm verwehrte,
was er so heiß begehrte,
die Scheidung von Katharina v. Aragón.
Die war ihm lästig mit auf dem Thron
und außerdem längst nicht so schön,
wie seine Hoffrau Anna Boleyn.
Die machte ihn heiß. Das ist kein Witz,
auf sie war er wie Lumpi spitz.
So schrieb er dem Papst ergrimmt:
„Nun hast du mich verstimmt.
Nicht länger bleib´ ich in deinem Verein,
ich trete sofort in meinen eigenen ein.
Von nun an bin ich nicht mehr Vatikaner,
vielmehr ein Anglikaner.
Fang´ ja nicht an, dich aufzuregen.
Nun sind wir doch Kollegen.“
Und Heinrich freute sich und lachte.
Jedoch nicht lange, weil Anna ihm arg Ärger machte.
Da schickte er sie – rocke zock -
dem Henker auf den Richteblock.
Das Kindlein, das sie ihm vorher noch gebar,
die spätere Elisabeth die Erste war.

Falk-Ansgar
2007-10-10

Heinrich VIII.
1500
London