Die heidnischen Pruzzen

So waren die alten Pruzzen zu ihrer Zeit,
beobachtet von einem Manne der Frömmigkeit.
Dabei bemerkt er kaum etwas Erfreuliches,
vielmehr im höchsten Maß Erbärmliches.
So haben sie mit einem Gotte nichts im Sinn,
sie geben sich in ihrer Torheit vielen Göttern hin.
Die stecken, wie sie glauben, überall und in Allem drinne,
im Donner, Wasser, Sträuchern bis zu den Kartoffeln hinne. *****
Gibt einer von reichen Pruzzen mal den Löffel ab,
kommen seine restlichen Klamotten mit ins Grab:
Pferde, Waffen, Knecht´ und Mägde, alles Mögliche an Speisen.
So kann ein jener sorglos in die Welt der Götter reisen.
Ihr Lieblingstun bei ihren häufigen Feiern
ist kübelweise Met zu trinken bis zum Reiern.
Ihre Ehefrauen halten die Männer wie eine Magd,
die alles unterwürfig befolgen muss, wie man´s ihr sagt.
Nie darf sie zum Essen mit zu Tische hocken.
Muss Gästen die Füße waschen samt den Socken.
Im Rechnenkönnen sind die Pruzzen ziemlich kümmerlich,
weil sie im Kopf recht dümmerlich.
Zum Zählen müssen sie Kerben in ein Holzstück schaben.
Wen wundert´s, dass sie so viel auf dem „Kerbholz“ haben.
Zu Ehren der Götter waschen sich etliche Pruzzen täglich,
andere überhaupt nicht, so stinken sie unerträglich.

Falk-Ansgar
2010-03-21

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Dem Autor ist natürlich bekannt, dass es damals noch keine Kartoffeln gab. Doch macht es sich irgendwie ganz gut an dieser Stelle.


Pruzzen
1350
Polen