Die Milben

Bis 1965 wusste man noch nichts von ihnen,
den Milben, die sich an uns im Bett bedienen.
Dem Auge geben sie sich schlichtweg keine Blöße,
sie sind von minimaler Größe.
Erst unter´m Mikroskop kann man sie seh´n,
und wirken ganz und gar nicht schön.

Zehntausende von ihnen hausen in dem Kissen
für unser edles Haupt. Für sie ein Leckerbissen.
Und in jedem einzelnen unserer Betten
sind´s Millionen dieser Biester, woll´n wir wetten ?

Ritze-ratze, ritze-ratze
kommen sie des nachts aus der Matratze
und knabbern uns die Schuppen weg.
Und lassen uns als Dank dafür den Dreck
des Darmes Fülle,
sprich die Gülle.

Nach sechs Jahren – wie man weiß -
sind 10% des Betteninnern gleichsam „Milbenschweiß“.

Falsch zu meinen, man könne sich dadurch schützen,
des Öfteren frische Bettenwäsche zu benützen.
Das hindert sie nicht, leicht an uns zu gelangen.
Wär´ so, als wolle man Mücken mit Fischernetzen fangen.

Im Übrigen, wenn man sich auf der Matratze regt,
wirkt´s wie ein Blasebalg und fegt
die toten Milbenreste
bis in die letzten Lungenäste.

Gut, dass wir von alle dem nichts wissen,
wenn wir sanft ruh´n in uns´ren Kissen.


Falk-Ansgar
2010-03-23