Die Fehldiagnose

So´n Landarzt voll mit Leidenschaft
tagtäglich viel an Arbeit schafft.
Er müht sich ab mit seinen Kranken,
wenn diese ihm´s auch oft nicht danken.
Doch seine Sittlichkeit ist so gerichtet,
dass nur Hipókrates er ist verpflichtet.
Geduldig ist er auch für jene da,
die ihn stets nerven mit "Blah Blah".
Und olle Männer, die´s so woll´n,
lässt er mit "Viagra" toll´n.

So Manche kennt er von Kindheit an.
Zu denen sagt er selbstverständlich "Du":
Da fängt er nicht zu "Siezen" an,
wie käme er dazu !

So wie genau
bei dieser jungen Frau.

Die stand vor kurzem erst dem Doktor vor
- der war wie immer ganz bei Ohr -
und druckste verlegen rum und rum,
was jüngst ihr sei gescheh´n, zu dumm:
Sei im Büro hart gegen einen Sekretär gerannt
und fühlte danach sich recht blümerant.
Nun hab´ sie kaum noch Lust am Leben,
denn morgens müsse sie sich mehrmals übergeben.

Der Arzt nahm prüfend sie in Augenschein
und sprach: "Gibt keinen Grund besorgt zu sein.
Hast dir ´nen Virus aufgeschnappt,
der jetzt in deinem Innern tappt.
Iss etwas Knäckbrot, dazu was Haferbrei.
Wirst seh´n, geht alles schnell vorbei."

Nun, ja !
Nach einem Dreivierteljahr
oder etwas kürzer gar,
stand jene wieder in der Praxis drinne
und hielt dem Arzt ein schreiendes Baby hinne.
"Herr Doktor, das ist der Virus, den ich mir aufgeschnappt
und durch mein Inneres ist getappt.
Nur muss ich sagen, mit Knäckebrot und Haferbrei
war es mit dem hier nicht vorbei.
Doch freu´ ich mich ! Ich lad´ Sie herzlich ein,
zur Taufe von Virus dabeizusein."

Drauf war der olle Landarzt nicht die Spur verlegen
und brummelte: "Na, meinetwegen !
Nun ist für mich auch sonnenklar,,
was für ´ne Sorte Sekretär es war,
wogegen du gestoßen bist.
Bin sicher, dass es der Sekretär bei der Gemeinde ist."

Falk-Ansgar
2011-07-10