Die Dritten

Mit denen an erster Stelle steht
die Rückgewinnung der Lebensqualität.
Da kann man herzhaft wieder beißen wie zuvor
und lauthals singen im Kirchenchor.

Was soll´s, die Dritten stör´n mich nicht.
Sie sitzen superhaftig dicht
ans Kaugebälke angeschmiegt,
so dass man sie nur schwer zu fassen kriegt,
will man sie des Säuberns wegen
in eine Dento-Lösung legen.

Gewiss in manchen Lebenslagen
ist´s wunderschön, sie nicht zu tragen,
zum Beispiel, wenn man eine Oma küsst,
die auch im Munde nackig ist
und obendrein zu schmusen
an ihrem properfesten Busen.
Oder - statt Kartoffelchips zu knabbern,
auf Götterspeise rumzuschlabbern.
Die größte Wonne ist jedoch, man pennt
von denen meterweit getrennt,
weil sie dann schmerzen können nach Belieben,
indes man liegt in tiefsten Frieden.

So sei gelobt die Zahnprothetik
mit der damit gekoppelten Ästhetik.

Doch Vorsicht ist geboten, dass man nie vergisst,
wenn oben man wie unten ohne ist.
Da hüte man sich vor dem Wort "Psychose".
Es klingt wohlmöglich wie "Pisshose".

Falk-Ansgar
2008-09-25