Der Mond schleicht sich davon

Er schleicht sich davon, und wir merken es nicht.
Wir können weiter romantisch sein bei Mondenlicht.
Der Mond entfernt sich allmählich so Jahr um Jahr,
in hundert Jahren um 4 m gar.
Und sind dann eine Millionen Jahre verflogen,
zieht er in 40 km Abstand seinen Bogen.
Sein Anblick wird immer kleiner
und kleiner und kleiner.

Wir sind genau richtig in der Zeit,
dass der Mond - diese kosmische Winzigkeit -
die Sonnenscheibe überdecken kann.
Doch irgendwann,
das ist sicher und gewiss,
gibt es sie nicht mehr, die totale Sonnenfinsternis.
Dann wird vielleicht ein Jüngling zu seiner Liebsten sagen:
"Ich wollte dich was fragen.
Willst du mal ´ne ringförmige Sonnenfinsternis seh´n ?
Dann musst du mit mir um 10 Uhr in den Garten geh´n."

 

 

 

 

 


Und weiter und weiter entfernt sich der Mond,
so dass sich das Hinseh´n nicht mehr lohnt.
Zu guter Letzt erscheint zufolge gemäß
der Mond vor der Sonne wie´n Pickel auf dem Gesäß.

Auch mit Ebbe und Flut
sich etwas tut !
Denn bei der wachsenden Distanz
zwischen Erde und Mond sich ganz
entsprechend die Gezeitenkräfte reduzieren,
d.h., sich mehr und mehr verlieren.
Da steht man dann wartend auf Norderney,
doch mit den Tiden ist´s vorbei.
Wahrscheinlich wird´s keine Menschen mehr geben.
Wer weiß, was für Kreaturen dann leben.
Und weil die Kontinente sich verschieben,
wird Norderney wohlmöglich in Alaska liegen.


Falk-Ansgar
2011-01-06