Das Drama vom Tode am Matterhorn

Gespannt war man im Saal. Der Heimatpfleger stand ganz vorn
und trug vom Drama vor vom grausligen Tod am Matterhorn.

Von Rosie und Poldi er sprach. Die waren mal ins Heu gekrochen
und hatten sich danach die Ehe und ewige Treue versprochen.

Er schuftete und trieb es auf dem Acker. Sie werkte in der Küche.
Wie sehr genoss er ihren wunderbaren Körper und der Küche Wohlgerüche.

Doch dann verlockte ihn das Matterhorn. In aller Frua stieg er aufi,
für seine allerliebste Rosie Edelweiß zu raufi.

Drauf bald in steiler Wand ! Grad als er nach der Pflanze griff,
ein böser Windstoß ihn vom Felsen pfiff.

Ja, tückig sind der Berge Höh´n ! Den Poldi sah die Rosie fallen,
dabei noch hören seine letzten Liebestöne lallen.

Mit Schmackes er zu Boden knallte. Zu Füßen Rosies war sein Ziel.
Doch, was da übrig blieb, war leiderweise nicht so viel.

Wie weinte Rosie da in ihrer Pein. Nahm sich die Reste Poldis unter
und rollerte mit dem in die nahgelegene Klamm hinunter.

Ein Hinkelstein verziert nun jene weihevolle Stätte, dass zum Gedenken
Wandersleut´ voll Ehrerbietung ihre Schritte dorthin sollten lenken.


Moral von der Geschicht
Der, wer naturgeschütztes Edelweiß will klauen,
darf nicht auf Schicksals Nachsicht bauen !


Falk-Ansgar
2014-01-07