Carmina Burana

Gemeint sind nicht die Flagelanten, sondern die Vaganten,
die durchs ganze Mittelalter rannten,
wo sie in Dörfern und in den Städten immer wieder
brachten ihre mehr oder weniger liderlichen Lieder.
Sie ereiferten sich über das Saufen und das Fressen,
und wie es in den Klöstern zuging zwischen den Messen,
wie ganz speziell über Männer und Weiber,
die weitbekannt als Unzuchttreiber.

So auch über Carmina Burana. Die lebte bei einem Pfaffen.
Für den musste sie im Haushalt schaffen.
Auch nebenbei stand sie für des Pfaffens Vergnügung
zur gelegentlich Verfügung.
Klar wurde diese etwas unmoralische Lebensgestaltung
nach außen verdeckt durch sittlichste Haltung.

Doch irgendwann nahm das Schicksal seinen Lauf.
Ihr Geheimnis flog auf, denn der Bischof kreuzte auf.
Er wollte inspizieren,
ob die Beiden wohl ein reinliches Leben führen.
So traf ihn aber fast der Schlach,
als er betrat das Schlafgemach.
Mitten drinne ein großes, breites Bett,
und zur Mittelachse ein langes, 1 m hohes Brett.
Der Bischof entrüstet: "Was soll denn das bedeuten ?"
Der Pfaffe: "Da schlafen Carmina und ich getrennt zu beiden Seiten,
zur Wahrung der Schicklichkeit
wie auch der Sittlichkeit."
Der Bischof: "Na, ja, bei Lichte beseh´n,
ganz gut und schön.
Jedoch was ist, sollte euch mal so richtig die Fleischeslust überkommen ?"
Der Pfaffe fröhlich: "Dann wird das Brett ganz einfach weggenommen."

Falk-Ansgar
2009-06-20